Chinesische Medizin
Yin Yang  
In der Chinesischen Medizin wird der menschliche Körper als ein Mikrokosmos gesehen, in dem sich die kosmischen Gegebenheiten widerspiegeln. Dieselben für den Menschen bis heute unbekannten Kräfte, die das Universum und die Natur beherrschen, werden auch für die Bestimmung des Menschen angesehen. Der Mensch wird als Teil des Kosmos angesehen, einbezogen in die universale Rhythmik, stehend zwischen Himmel und Erde, zwischen den Polen des Yin und des Yang. Da alles innerhalb dieses Universums als polar betrachtet wird, findet sich auch überall das Prinzip der Polarität, somit auch im menschlichen Organismus.

Hier die Erde, dort der Himmel - hier das Unten, dort das Oben; die Erde beschrieben als Endliches, die Atmosphäre mit dem Darüber als Unendlichkeit; die Erde als Sichtbares, der Himmel, die Luft als Unsichtbares, die Wärme der Sonne da oben, die Kälte der Erde da unten. Stetige Wandlung und Bewegung bedingt Polarität.

Als die wohl wesentlichste Grundlage chinesisch - daoistischen Denkens kann die Vorstellung des ewigen "im Fluss befinden" der Veränderbarkeit allen Seins angesehen werden. Demnach kann aus dem Entsprechungssystem von Yin und Yang abgeleitet werden, dass alle Naturerscheinungen ebenso wie die Abläufe der Lebensfunktionen in einer polaren Wechselbeziehung zueinander stehen. Die Grundlage aller Wirkungen ist demnach keine absolute Größe, sondern komplementär und einem ständigen Wandel unterworfen. Gesundheit aber auch der Idealzustand in der Natur ist dann als gegeben anzusehen, wenn sich die polarisierenden Kräfte in einem wechselseitigen, harmonischen Gleichgewicht aus Förderung und Kontrolle befinden. Yang wird in der chinesischen Kultur als die sonnige Seite eines Berges gesehen, während Yin dem schattigen Hang entspricht. Yang steht für das Aktive, Bewegende, sich Entfaltende, während demgegenüber Yin für das Materialisierende, Somatisierende, Vollendete, Ruhende, Feste steht. Das zentrale Merkmal daoistischen Denkens ist die Einheit des Universums und die gegenseitige Beziehung aller Dinge und Ereignisse. Alle Dinge und Gegebenheiten werden als voneinander abhängige und untrennbare Teile des kosmischen Ganzen gesehen. Die zugrunde liegende Realität der von uns Individuen beobachteten Ereignisse und Gegebenheiten ist das Dao, der Weg oder Prozess, das Ordnungssystem der Natur. An diesem kosmischen Prozess des Dao sind wir demnach alle beteiligt, bzw. davon betroffen und wer dies erkennt und sein Handeln danach ausrichtet wird Weise und "eins mit dem Dao". So lebt man im Einklang und in Harmonie mit der Natur. Im täglichen Leben teilen wir die Welt in Objekte und Ereignisse und erkennen oft die Zusammenhänge und Einheit aller Dinge nicht. Das höchste Ziel des Daoismus wird in dem Bestreben gesehen der Einheit aller Dinge gewahr zu werden.