Chinesische Medizin
Akupunktur  
Die Akupunktur ist eine ganzheitliche Therapie, weil sie nicht nur am Ort des therapeutischen Reizes (Einstich) wirkt, sondern zusätzlich zu einer regulativen Wirkung auf den gesamten Organismus beiträgt. Die Therapiemethode Akupunktur ist nur ein kleiner Teilbereich der Chinesischen Medizin. Zwar erlangte die Akupunktur unter allen im Westen aus der Chinesischen Medizin bekannt gewordenen Heil- und Therapieverfahren die größte Bedeutung, dennoch hat sie in China nur einen etwa 1O% Anteil an allen chinesischen Heilverfahren.

Die Akupunktur verwendet sehr dünne Metallnadeln an genau definierten Punkten, die spontan drucksensibel sein können, bei funktionell, reversiblen Erkrankungen und Störungen zu diagnos-tischen und/oder therapeutischen Zwecken.

In der Akupunktur begegnet uns eines der faszinierendsten Heilverfahren, das menschlicher Erfindungsgeist außerhalb unserer eigenen Medizintradition hervorgebracht hat.

Zhenjiu, der chinesische Be-griff für Akupunktur, bedeutet Zehn "Stechen" und Jiu "Brennen", also die Anwendung des Nadel-stich in Verbindung mit der Erwärmung von Akupunkturpunkten durch die Nadel (Moxibustion). Akupunktur und Moxibustion gehören nach chinesischem Verständnis untrennbar zusammen. Bei der chinesischen Form der Moxibustion wird das aus der Heilpflanze Artemisia vulgaris gewonnenes Kraut verwendet, von dem über 200 Arten bekannt sind, darunter auch das in Deutschland bekannte Beifuss.

Die Blätter der Heilpflanze werden getrocknet, zerrieben und dann zu kleinen Kegeln und Stangen gepresst. Mit Hilfe einer glühenden Moxazigarre wird den Akupunkturpunkten Wärme zugeführt. Wenn die Methode Akupunktur richtig angewandt wird, ist sie schmerzfrei. Der Patient empfindet nur Sensationen wie Kribbeln, Ziehen, das Schwerwerden der Extremitäten oder ein Wärmegefühl. All diese Sensationen werden als das Nadel-sensationsgefühl DeQi beschrieben.

Der von der Chinesischen Medizin beobachtete "energetische Ausgleich" wird in der Ganzheitsmedizin als Umstimmungs-therapie bezeichnet. Damit ist gemeint, dass Akupunktur ge-störte Körperfunktionen durch eine entsprechende Reizsetzung wieder in Einklang bringen kann.

Das durch die Regulationswirkung der Akupunktur wiederher-gestellte Gleichgewicht ermöglicht dem Organismus Krankheiten zu heilen und funktionelle Störungen zu beseitigen.

Die Akupunktur als regulatives Verfahren ist nur sinnvoll bei "gestörten" Zuständen, nicht aber bei "zerstörten" Strukturen. Akupunktur hilft bei Gestörtem, aber nicht bei Zerstörtem und stellt gestörte Strömungsverhältnisse durch Auflösen von Stauungen und Blockaden wieder her. Sie sorgt für einen Energieausgleich zwischen verschiedenen Körperregionen, sowohl an der Körperoberfläche als auch im Körperinneren. Sie stellt ein gestörtes inneres Gleichgewicht wieder her und beeinflusst innere Organe über Reizsetzungen von der Körperoberfläche aus.